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Nussknacker-Probenlager vom 9.-13.10.2017

im Schullandheim Schirnrod

Die szenische Proben verliefen sehr konzentriert und waren von erfreulichem Erfolg gekrönt. (Fotos: Tizian Lachmuth)

 

Ein Probenlager im Reiche Thuringia

von Moritz Weise

  

Montag, 09.10.2017, 08:30 Uhr. 

Zwei gelangweilte Jugendliche lümmeln vor der VHS Meiningen herum. Sie haben Reisetaschen dabei und sehen aus,

als ob sie eben zuhause rausgeflogen wären. Und was ist das für eine seltsame Gestalt, die hier erscheint? Eine Frau

fortgeschrittenen Alters mit roten Haaren nähert sich den beiden. Will sie sie mitnehmen? Will sie die Kinder kidnappen?

Oder ist sie die Leiterin des Kinder- und Jugendtheaters TOHUWABOHU?

Es ist der Abreisetag der Tohuwa­bohu-Jugendgruppe ins Probenlager nach Schirnrod.

Dort angekommen, geht’s auch gleich zur Sache: Proben bis der Arzt kommt.

Die letzten verlassen erst nach 21 Uhr den Probenraum.

 

Dienstag, 10.10., 08:30 Uhr.

13 müde jugendliche Schauspieler. Ein Tisch voll mit den köstlichsten Speisen. Und am Ende der Tafel sehen wir die

seltsame Frau mit den roten Haaren von gestern sitzen. Anscheinend hat sie noch 11 weitere Jugendliche aus dem Raum

Bad Neustadt, Hildburghausen, Schmalkalden und vor allem Meiningen eingesammelt.

Nach 30 Minuten hören wir plötzlich laute Schreie: HU HA ZING schallt es aus einem der Seminarräume des Schullandheims

Schirnrod. Spielen die 13 Jugendlichen etwa mit Waffen? – Nööö, das sind nur Theaterspiele, sagt einer. Und verschwindet

in einem der Probenräume.  Offenbar wird an einem Märchen geprobt.

Mittlerweile ist es später Abend geworden, als auf einmal laut nach Werwölfen gerufen wird. Es geht also um Harry Potter?

 

Mittwoch, 11.10., 09:30 Uhr.

Nach einer durchspielten Nacht schreien 13 supermüde Schauspieler wie wild nach einem Hasen, der von einem Jäger

erschossen werden soll, durch Wanderer und Tierschützer aber errettet wird. Ein engagiertes Umweltstück also …

Oder ein Dinnerkrimi? Denn im Nachbarraum entstehen Käsetorten. Und nach einem etwa 8stündigen Probenmarathon

fehlen abends plötzlich zwei Paar schwarze Socken. Die merkwürdige, rothaarige Frau engagiert einen Detektiv.

Ist das Ganze nur Tarnung? Oder ist dieser Mann mit Zylinder und schwarzem Gehrock durch ein Zeitloch gefallen?

 

Donnerstag, 12.10., 09:00 Uhr.

Die 13 Jugendlichen sind plötzlich wieder putzmunter, denn mittlerweile sind aus zwei Paar fehlenden Socken 15 Paar

geworden. Da ist offenbar Magie im Spiel. Der Mann mit Zylinder und Gehrock schleicht ums Haus. Er stellt Schachfiguren

wie Soldaten auf, ruft in Dauerschleife „Hossa!“ und macht dazu undefinierbare, scheinbar magische Gebärden. Aus dem

Schullandheim ist eine Kampf-Arena geworden. Oder handelt es sich um eine Sportolympiade?

Einer der Jugendlichen ist mit zunehmender Intensität der Probenarbeit stark gealtert. Er trägt Vollbart und so komische

Koteletten, futtert in einer Tour Süßigkeiten und spielt sich auf, als wäre er der Vater der 13 Jugendlichen.

 

Freitag, 13.10., 09:00 Uhr.

„Oh Shit“, skandieren die 13 Jugendlichen allesamt im Chor. Mittlerweile konnte in Erfahrung gebracht werden, dass die

merkwürdige rothaarige Frau die Meininger Theaterpädagogin und Regisseurin Elke Büchner ist und dass die gesuchten

15 Paar Socken in graue Mäuse verwandelt wurden, die sich allesamt im Keller versteckt hielten.

Nach fünf anstrengenden, mystischen aber auch fröhlichen und erfolgreichen Theatertagen ist in einer abschließenden Probe

festzustellen, dass die 13 Jugendlichen gar nicht so müde gewesen sind, wie sie dem Beobachter erschienen.

Ein sehr aufregendes Stück ist entstanden. Der Detektiv verrät, dass es sich um „Das Märchen vom Nussknacker  handelt.

Es spielt im Reiche Thuringia, wo ein hölzerner Geselle Zinnsoldaten in schwarzen Socken rekrutiert, ein Magier eine

Mäusearmee formiert, schöne Mädchen zu hässlichen Fratzen gefrieren und es eine Figur gibt, die noch mehr futtert

als der inzwischen weiter gealterte Vater … oder so ähnlich.

Schauts euch am besten selber an!

 

 

 

 

 

 

Vorher-Nachher-Ansicht:  

Einer der Jugendlichen alterte merklich während des Probenlagers.

 

D A S    M Ä R C H E N    V O M    N U S S K N A C K E R

 

Die Aufführungen:

Sonntag,       24.12.2017, 10 und 12 Uhr   (1. und 2. Premiere)

Dienstag,      26.12.2017, 16 Uhr

Mittwoch,     27.12.2017, 17 Uhr

 

Donnerstag, 28.12.2017, 17 Uhr

 

 

Der Kartenvorverkauf beginnt am 24.10.2107 in der 

Stadt- und Kreisbibliothek Anna Seghers sowie in der Christophine Kunstschule (vhs).

 


Verweile doch, du bist so schön

Gestische Performance

Fotos: Rainer Koch

Anlässlich des 25-jährigen Jubiläums der Meininger Theaterwerkstatt haben sich die Mitglieder des TOHUWABOHU-Jugendensembles mit dem Werkstatt-Motto "Verweile doch, du bist so schön" beschäftigt und ihre Assoziationen gestisch umgesetzt. Entstanden ist eine Bewegungs-Performance, die bewegt, beeindruckt und Raum für eigene Assoziationen lässt.