Peter Struwwel & Dr. Schock

Fotos: Janine Hoffmann


Das Bilderbuch „Der Struwwelpeter“ (erstmals erschienen 1845) fehlt wohl in kaum einem Kinder­zimmer, obwohl diese Geschichten schon recht makaber sind für zarte kindliche Gemüter. Autor Heinrich Hoffmann (1809 – 1894) war Arzt und Psychiater und führte mit diesem Buch Kindern (aber eigentlich v.a. auch Erwachsenen) ihr Fehlverhalten im Familien­alltag mit derb-fröhlichen Bildern und Geschichten vor Augen.

 

Die TOHUWABOHU-Inszenierung setzte genau da noch eins drauf unter dem Motto:

 

Wer nicht hören will, muss fühlen!

 

In diesem Fall bis zum bittersten Ende der Figuren, wie man sie aus dem Struwwelpeter-Buch kennt: der unruhige Zappel-Philipp, der notorische Daumenlutscher, der verträumte Hans Guck-in-die-Luft … und wie sie alle heißen.

 

Mit Blick auf Heranwachsende von heute verwandelten die beiden TOHUWABOHU-Jugend­ensembles Heinrich Hoffmanns makabre Geschichten in einen schrägen und schaurig-grotesken Theaterreigen.

 

Zu erleben war der bebilderte, pseudo-medizinische Vortrag einer Vertreterin der „Akademie der hemmungslos Süchtigen“, kurz ADHS. Referentin Dr. Petra Schock entwarf einen Erziehungsalbtraum in schrillen Farben. Dabei wurden Auffälligkeiten im Verhalten junger Menschen auf drastische Weise vorgeführt, immer auch mit Bezug auf die überforderte Elterngeneration.

 

Das ganze begleitete die Pop-, Rock-, Rap- und Folkband „Mangelnde Hemmungskontrolle“ unter Leitung von Gilbert Heyne.